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Das Federntal

Reist man auf der Großen Nordstraße und lässt die Tafelberge mit ihren wilden Bewohnern unbeschadet hinter sich, so erblickt man zur Linken die so genannte Sembische Steppe, während rechter Hand ein dicht bewaldetes Bergland ansteigt – das Federntal. Mehrere markante Täler zerteilen, sich jeweils ostwärts erstreckend, dieses Bergmassiv.

Dort im Osten fließt von Nord nach Süd ein Fluß, den die Einheimischen einfach „Grenzfluß“ oder „Elfenfluß“ nennen – denn jenseits beginnen die legendären Elfenländer, über die es zahlreiche phantastische Geschichten, jedoch viel weniger konkrete Informationen gibt. Im Norden, nördlich der Baronie Mahlhain, flachen die Berge ab, und die Landschaft geht über in die unwirtlichen nördlichen Einöden.

Insgesamt sind es sieben große Täler, oder auch Talebenen, welche so wie beschrieben, wie die Zinken einer Harke, nach Osten streichen. Zentral gelegen ist das eigentliche Federntal. Hier befindet sich an der Großen Nordstraße die alte Burg Federnwacht. Eigentlich ein großes Ruinenfeld einer untergegangenen Kultur, wurde hier über verfallenen Hallen und Katakomben ein befestigter Handelsposten errichtet, über welchen nahezu der gesamte Handel des Landes mit seinen Nachbarn abgewickelt wird. Weithin berühmt ist der Große Jahrmarkt, welcher im Hochsommer jedes Jahr viel Volk anzieht. Da die Bewohner der Nachbartäler selten selbst zu diesem Handelsposten reisen, sondern Zwischenhändler den Warenverkehr übernehmen, hat sich bei allen Reisenden der Name „Federntal“ für die gesamte Gegend durchgesetzt.

Nördlich des Federntals schließt sich das Zwei-Seen-Tal an, wiederum nördlich das Falkental und schließlich die ehemalige Baronie Mahlhain, welche erst vor kurzem nach blutigem Intermezzo poitisch in den Schoß des Federntals zurückgekehrt ist.

Es ist wohl der Tatsache zu verdanken, dass das Federntal nahezu keine nennenswerten Bodenschätze hat und die Nachbarschaft der alten Elfenreiche als eher suspekt empfunden wird, dass sich hier zu keiner Zeit eine feste (Groß-)macht etabliert hat. So ist das Land nur relativ schlecht durch Straßen und Waldwege erschlossen, viele Gebiete sind im Winter nur unter großen Mühen oder gar nicht zu erreichen. Der Boden in den Tallagen ist soweit fruchtbar, als dass er seinen Bewohnern genug Nahrung beschert, dass Hunger in der Regel nicht bekannt ist. Die großen dichten Wälder liefern Bauholz und Wildbret, Wildfrüchte und auch einige Heilpflanzen. Andererseits sind sie ebenfalls die Heimat zahlreicher Kreaturen, welche dem Menschen nur selten freundlich gesinnt sind. Entsprechend dieser natürlichen Gegebenheiten besteht die Bevölkerung im wesentlichen aus Bauern und Hirten, Holzfällern und Jägern. Sie sind ein robustes Völkchen, welches das harte Tageswerk gern am Abend in der Schänke mit einem fröhlichen Trunk beendet.